Kinaesthetics livskvalitet i alderdommen Kinaesthetics livskvalitet i alderdommen

Die Vorstellung von Alter ist oft mit der Befürchtung verbunden, dass das Alter zu Beschwerden und Gebrechlichkeit führt und mit der Einbusse von Lebensqualität einhergeht. Alte Menschen müssen aber nicht zwingend steif und unbeweglich werden.

Die Altersforschung zeigt, dass nicht das Alter verantwortlich ist für all die Einschränkungen, die alte Menschen oft erleben. Vielmehr spielen die individuelle Bewegungsgeschichte und -gewohnheiten eine wesentliche Rolle in der Entstehung dieser Einschränkungen.

Aus der Sicht von Kinaesthetics lässt sich bei älteren Menschen oft eine Verarmung der Bewegungsmuster feststellen, die nicht altersbedingt ist, sondern auf (Ver-)Lernprozessen beruht. Nicht selten sind dabei Lernprozesse voneinander abhängig und schaukeln sich gegenseitig auf:

Viele Menschen schränken im Alter ihre Tätigkeiten ein, weil sie Angst davor haben zu fallen oder gar zu stürzen. Sie verlernen zum Beispiel, sich auf den Boden zu setzen und wieder aufzustehen, zumal das in unserer Kultur auch nicht üblich ist. Je mehr ein Mensch aber seine Bewegungsmuster einschränkt, desto ungelenkiger wird er. Und je ungelenkiger er wird, desto mehr verliert er seine Anpassungsfähigkeit. Dies wiederum führt zu einem grösseren Sturz- und Verletzungsrisiko und verständlicherweise zu noch mehr Angst.

Kinaesthetics geht davon aus, dass Menschen jeden Alters ihre Bewegungskompetenz weiterentwickeln können und müssen.

Bewegungskompetenz meint mehr als nur Muskelkraft oder körperliches Training, wie es in Fitness-Studios gefördert wird. Bewegungskompetenz bezeichnet den kreativen, an die jeweilige Situation angepassten Umgang mit den eigenen Bewegungsmöglichkeiten.

In Kinaesthetics Lebensqualität im Alter geht es darum, durch die bewusste Aufmerksamkeit auf die eigene Bewegung die Wahrnehmung zu sensibilisieren, in alltäglichen Aktivitäten die eigenen Bewegungsmöglichkeiten neu zu entdecken und sein Leben aktiv, gesund und selbständig zu gestalten.

Dadurch können Menschen lernen, die Gestaltung von Alltagsaktivitäten an ihre aktuellen, individuellen Fähigkeiten und Möglichkeiten anzupassen - und trotz abnehmender Ressourcen beweglich zu bleiben oder zu werden.